Schwerpunktthema                   Starkstromtrasse Südlink

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In Franken.de

 

152 Einwände im Main-Kinzig-Kreis gegen Trasse

Autor: Walter Dörr

Sterbfritz, Freitag, 08. Juni 2018

 

Einen von insgesamt 32 Infomärkten zum SuedLink-Projekt veranstaltete die TenneT TSO/Transnet BW GmbH jetzt in Sterbfritz.

 


Die Energiewende, also vorrangig der Ausstieg aus der Kernenergie, erfordert für die sichere Energieversorgung den Ausbau des Stromnetzes. Um Schwankungen in der Stromerzeugung aus Wind oder Sonne ausgleichen und vor allem den Strom dorthin transportieren zu können, wo er gebraucht wird, muss die Netzinfrastruktur modernisiert und verstärkt werden. Konkret soll mit der SuedLink on- und offshore an der Küste produzierter Windstrom von Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) nach Großgartach (Baden-Württemberg) in den Süden Deutschlands geschickt werden.

 

Nicht wie ursprünglich geplant über Freileitungen, sondern wie im Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) im Dezember 2015 vorgeschrieben mittels Erdkabel (Höchstspannungs-Gleichstrom- Übertragung, HGÜ). Nach Vorplanungen beantragten die Netzbetreiber TenneT und TransnetBW gemäß Paragraf 6 Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz (NABEG) die Eröffnung des Bundesfachplanungsverfahrens für eine Höchstspannungsleitung. Im Antrag aufgeführt sind Vorschläge für 1000 Meter breite Trassenkorridore, die beim Infomarkt in Sterbfritz am meisten interessierten. Auf einem Bildschirm konnten Details aus dem Online-Planungstool (Online-Planungstool WebGIS) abgerufen werden.

 

Wie die Referentin für Bürgerbeteiligung Elisabeth Benecke, die auch den Sinntaler Gemeindevorstand in einer vor dem Infomarkt stattgefundenen Sitzung aktuell informierte, sagte, seien in der ersten Beteiligungsphase von Bürgern, Kommunen, Behörden und Verbänden aus dem Main-Kinzig-Kreis 152 Einwände eingegangen - 7000 deutschlandweit. Die Gemeinde Sinntal und der Main-Kinzig-Kreis hatten sich gegen eine Stromleitung durch das Sinntal ausgesprochen. Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich bekräftigten am Donnerstag, dass sie eine Alternative in Thüringen bevorzugen. Angesichts des laufenden Verfahrens bei der Bundesnetzagentur (öffentliche Antragskonferenzen) sagte Susanne Simmler: "Wir müssen wachsam sein."

 

In einem Modell dargestellt wurde bei dem Infomarkt, wie technisch HGÜ-Erdkabel verlegt wird. Elisabeth Benecke erläuterte, dass eine Übertragungskapazität von vier Gigawatt (GW) Gleichstrom garantiert werden soll. Bei der Verwendung herkömmlicher 320-kV-Kabeln wären jeweils zwei Mal vier Kabelstränge (Plus-Minus-Pol) in etwa 1,70 Metern Tiefe zu verlegen, sollten 525-kV-Kabeln eingesetzt werden können, würden zwei Mal zwei Kabeln reichen. Beim SuedLink-Infomarkt in Sterbfritz hatte auch die Initiative "Bürgerdialog Stromnetz" einen Info-Point. Regionalmanagerin Jessica Stoll vom Bürgerbüro Fulda war Ansprechpartnerin für Fragen rund um den Netzausbau und auch, welche Beteiligungsmöglichkeiten es in den Planungs- und Genehmigungsverfahren gibt. Verschiedene Broschüren erläuterten Technikoptionen bei Erdkabel oder Freileitungen sowie elektromagnetische Felder an Stromleitungen. 

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Auf die Karte klicken, da geht es zum online-tool von Tennet. Hier kann man die gesamte Trasse sehen und abschnittweise vergrößern durch Benutzung der Bedienungspunkte auf der linken Seite. 

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in Thüringen. de 17. Mai 2017

Thüringen verzögert Südlink-Planung

Zwischen Thüringen und Hessen zeichnet sich ein Kräftemessen darüber ab, welchen Verlauf die geplante Stromtrasse Südlink nehmen soll.

 

Erfurt/Fulda - Thüringens Landesregierung hat ihren Vorschlag für eine deutlich weiter westlich verlaufende Trasse der Nord-Süd-Stromleitung Südlink jetzt offiziell verabschiedet. Wie eine Sprecherin des Infrastrukturministeriums auf Anfrage bestätigte, hat das Kabinett in Erfurt am Dienstag dem bereits vorige Woche veröffentlichten Alternativvorschlag ohne Änderungen zugestimmt.

 

Der Vorstoß aus Thüringen sorgt derweil im Nachbarland Hessen für Verärgerung. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) wird in der Fuldaer Zeitung zitiert, Wiesbaden werde dafür sorgen, dass der von Thüringen betonte Aspekt der Geradlinigkeit der Leitung nicht überbetont werde. So wollen die Hessen demnach "Fragen der Raum- und Umweltverträglichkeit" geltend machen. Hauptargument der Hessen ist, dass in Thüringen ja weniger Menschen von der Leitung betroffen seien.

 

Der Netzbetreiber Tennet hatte im April als Vorzugsvariante für den Südlink einen Verlauf durch das westliche Thüringen bei der Bundesnetzagentur eingereicht, der hier für heftige Proteste sorgt. Von der Thüringer Landesplanung war vorige Woche auf der Grundlage der selben Planungsdaten ein Verlauf etwa 100 Kilometer weiter westlich vorgelegt worden, der der Luftlinie von Brunsbüttel an der Elbmündung nach Großgartach bei Heilbronn nahe kommt - und damit statt durch Thüringen durch Hessen verläuft.

 

Der Thüringer Vorschlag soll laut Bundesnetzagentur als gleichberechtigte Alternative geprüft werden. Weil er in den betroffenen Regionen mit sogenannten Antragskonferenzen vorgestellt und erörtert werden muss, könnte sich die Planung für die Stromtrasse um mindestens ein Jahr verzögern, befürchten Experten.

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Kinzigtal-Nachrichten online  7. März 2017 -

 

Suedlink: Erdkabeltrasse wohl nicht durch Osthessen

 

REGION

 

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet wird die Trasse über Thüringen als Vorzugstrasse bei der Bundesnetzagentur beantragen. Das berichtet der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand.

 

Tennet hat heute Vormittag die Bundestagsabgeordneten über seine Pläne informiert. Demnach ist nicht mehr - wie bislang - die Trasse durch die hessische Rhön die Vorzugstrasse, die mit Priorität geplant wird. Tennet erklärte, die Raumwiderstände der Ost-Variante seien geringer als durch Osthessen. TenneT reicht seinen Antrag mit der Vorzugsvariante durch Thüringen am 17. März ein bei der Bundesnetzagentur ein. Im Sommer sind Antragskonferenzen geplant. Endgültig legt sich Tennet aber erst Ende des Jahres fest.

 

„Unsere Argumente haben sich durchgesetzt, der viele Einsatz hat sich gelohnt“, sagte Brand. „Als ich im Oktober 2016 erstmals zum „Runden Tisch“ alle Bürgermeister und Landräte ins Landratsamt Fulda eingeladen hatte mit den Spitzen von Bundesnetzagentur und Tennet, wurden unsere Einwände von dem Unternehmen rundweg zurückgewiesen. Heute haben wir uns durchgesetzt!“ Ein Erfolg sei es auch, dass überall Erdkabel verlegt werden.

In der Region wurde auch über eine andere Starkstromtrasse gesprochen, nämlich die 380-KV-Leitung von Mecklar nach Grafenrheinfeld: „Bei dieser Leitung erwaret Tennet die Entscheidung der Bundesnetzagentur bis Ende des Jahres“, sagte Brand. / vn

 

Folgend lesen Sie eine Pressemitteilung der SPD-Bundestagsabgeordneten Birgit Kömpel im Wortlaut:

Tennet will die Gleichstromtrasse Suedlink von Wilster nach Grafenrheinfeld vorzugsweise durch Thüringen führen. Dies berichtet die SPD-Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel (Wahlkreis Fulda/Vogelsberg). Tennet wird nun den Antrag zur Eröffnung der Bundesfachplanung stellen. In der Vorzugsvariante wäre ganz Hessen nicht vom Bau der Trasse, deren Kabel unter der Erde verlegt werden sollen, betroffen. In den ursprünglichen Planungen waren weite Teile des Landkreises Fulda betroffen. Lediglich eine Alternativtrasse führt noch durch den Kreis Fulda. 

 

„Das ist eine tolle Nachricht für unsere Region, die natürlich auch deutlich dichter besiedelt ist als die Ortschaften in Thüringen. Gleichwohl müssen wir wachsam bleiben, weil ja zumindest die Alternativtrasse den Kreis Fulda betrifft“, sagt Birgit Kömpel, die sich sehr darüber freut, dass ihre kontinuierliche Arbeit in Berlin und im Wahlkreis von Erfolg gekrönt war. „Jetzt müssen wir natürlich aufmerksam schauen, was aus der 380-KV-Wechselstromtrasse wird, die unsere Region betreffen könnte“, sagt Kömpel.

 

Das Unternehmen Tennet hat auf seiner Internetplattform über 7000 Hinweise von Kommunen und Bürger/innen bekommen. 95 Prozent davon wurden in den Planungen berücksichtigt. Birgit Kömpel: „ Herzlichen Dank an alle, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Es hat sich gelohnt.“

Folgend lesen Sie eine Pressemitteilung des Wahlkreisabgeordneten von Fulda und Vogelsbergkreis im Wortlaut:

„Ich bin froh und erleichtert, dass sich die fachlichen Argumente durchgesetzt haben - der viele Einsatz hat sich gelohnt“, so der Fuldaer Wahlkreisabgeordnete Michael Brand, der vor Ort, in Berlin und bei der Bundesnetzagentur in Bonn immer wieder für diese fachlich beste Variante gestritten hat.

 

„Als ich im Oktober 2016 erstmals zu einem „Runden Tisch“ alle Bürgermeister und Landräte aus Fulda, der Rhön und dem Vogelsberg ins Landratsamt Fulda eingeladen hatte, und zwar mit den Spitzen von Bundesnetzagentur und TenneT, wurden unsere Einwände von dem Unternehmen rundweg zurückgewiesen - heute haben wir uns durchgesetzt!“, freut sich der Abgeordnete. „Das ist ein hart erarbeiteter Erfolg. Neben der neuen Trassenvariante haben wir uns ebenfalls entgegen der ursprünglichen Planung auch hier durchgesetzt: 100% Erdkabel.“

„Die Raumwiderstände bei der Ost-Variante sind geringer als durch Osthessen, das war neben der Überbündelung von Infrastruktur von Beginn an unser schwergewichtiges Argument“, so Brand. TenneT hat heute angekündigt, dass das Unternehmen am 17. März den Ost-Korridor über Thüringen bei der Bundesnetzagentur einreichen wird. Im Sommer beginnen dann die Antragskonferenzen.

„Wir werden in Hessen weiter wachsam bleiben müssen, da nicht auszuschließen ist, dass die jetzt betroffenen Bundesländer Thüringen und Bayern politischen Druck machen werden. Entscheidend darf ausschließlich die fachliche Prüfung sein“, fordert Brand. „TenneT hat auf Kritik reagiert und in dieser Phase gute Arbeit geleistet. Ich vertraue jetzt auf die gute Arbeit der Bundesnetzagentur.“

 

Auf Nachfrage Brands hat heute TenneT-Chef Lex Hartman bezüglich eines anderen Projekts, nämlich der 380-KV-Leitung Mecklar-Grafenrheinfeld, betont, dass er eine Entscheidung der Bundesnetzagentur bis Ende 2017 erwartet.

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Bürgermeister Carsten Ullrich hat am 6. Dez. 2016 bei folgende Mitteilung veröffentlicht 

„Sehr hohe Raumwiderstände“ sprechen gegen SuedLink

Der Main-Kinzig-Kreis und die Gemeinde Sinntal haben ihre fachlichen Stellungnahmen zur geplanten Stromtrasse SuedLink im vorläufigen Verfahren eingereicht. In einer informellen Beteiligungsphase waren die betroffenen Landkreise und Kommunen aufgerufen, mögliche Raumwiderstände anzugeben, die gegen eine Verlegung des Erdkabels von der Nordsee nach Süddeutschland durch ihre Gemarkung sprechen.

Eine Trassenvariante verläuft über Sinntal, von Ziegelhütte kommend in einer geschwungenen Linie und an Schwarzenfels vorbei zur Kreisgrenze. Schon in einer ersten Reaktion hatten Sinntal und Kreis den Planern größere geografische und naturschutzrechtliche Hindernisse aufgezählt, die einer solchen Kabellinie im Wege stünden. Auf einer Informationsveranstaltung in Sterbfritz wiesen sie im Oktober anhand von Plänen explizit auf besonders schützenswerte und sensible Landschaftsteile hin. Diese Punkte vertieften und ergänzten die beiden Verwaltungen nun jeweils.

„Der Streckenkorridor über den Main-Kinzig-Kreis ist nicht nur schmal, sondern im Querschnitt auch kaum zu durchstoßen, ohne seltene Tier- und Pflanzenarten empfindlich zu beeinträchtigen“, urteilt Erste Kreisbeigeordnete Simmler nach Abschluss der fachlichen Begutachtung durch den Main-Kinzig-Kreis. Bürgermeister Carsten Ullrich bekräftigt: „Unsere Stellungnahmen gehen über die Einwände hinaus, die wir schon bei unserer Infoveranstaltung vorgetragen hatten. Würde das Erdkabel in Sinntal verlegt, wäre unsere Gemeinde in einem nicht unerheblichen Maß belastet und müsste sich gerade auch städtebaulich stark einschränken.“

Der Main-Kinzig-Kreis stützte sich in seiner Einwendung auf die Expertise des Fachbüros Oecos. Dieses verweist in seiner Stellungnahme auf mehrere Bereiche, in denen einer Trassierung hohe natur- und artenschutzrechtliche Bedenken entgegenstehen. Diese Gebiete fallen teils in die „Raumwiderstandsklasse I“, insbesondere „FFH-Gebiete“. Nach Definition der Arbeitsgemeinschaft SuedLink, die die Suche nach einer geeigneten Klasse fachlich begleitet, stellt diese Klasse „einen Sachverhalt mit sehr hohem Raumwiderstand dar, der im Falle vorhabenbedingter Beeinträchtigungen erhebliche Umweltauswirkungen erwarten lässt und aufgrund der besonderen Schwere der Beeinträchtigungen im Verfahren in besonderem Maße entscheidungsrelevant sein kann“.

Hohe Raumwiderstände finden sich im gesamten Suchraum in Sinntal, vom Biberlebensraum im Bereich von Jossa und Sinn und den Bergwiesen bei Ziegelhütte über den Magerrasen bei Weichersbach bis hin zu zwei Waldgürteln im Bereich Güntershof/Grieshof. Auch die Gemeinde Sinntal listet Raumwiderstände auf, gleich 36 an der Zahl. Unter anderem hebt die Verwaltung auf Wasserschutzbereiche, FFH-Gebiete und seltene Tierarten auf Sinntaler Gemarkung ab.

Wer Einwendungen machen will, kann dies auch weiterhin über die Adresse suedlink@mkk.de tun. Damit will es der Main-Kinzig-Kreis den Menschen aus Sinntal und Umgebung so leicht wie möglich machen, sich am Planungsprozess zu beteiligen. Daher genügt eine einfache Mail an den Main-Kinzig-Kreis, der die Hinweise umgehend an die Fach- und Planungsbüros weiterleitet. Ansonsten können Bürgerinnen und Bürger auch ein Schreiben an TenneT aufsetzen oder ein Kontaktformular auf der Internetseite der TenneT nutzen unter suedlink.tennet.eu.

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Kinzigtal-Nachrichten vom 13. Okt. 2016 

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Veröffentlichung in den Kinzigtal-Nachrichten am 1. Okt. 2016 

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Hier noch eine Karte, die der bayerische Landtagsabgeordnete Günter Felbinger bei Facebook veröffentlicht hat.

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Stromtrasse Suedlink: Neue Pläne sollen bis Anfang 2017 auf dem Tisch liegen

HNA 16. Sept. 2016 

Es geht jetzt um Erdkabel: Beim Bau der Stromtrasse Suedlink sollen derartige Leitungen Vorrang vor Freileitungen bekommen. Das Bild zeigt Erdkabel auf einem Feld bei Göttingen. Archivfoto: dpa

Schauenburg. Die geplante Stromtrasse Suedlink wird vorrangig nicht mit Überlandleitungen ausgestattet, sondern mit Erdkabeln.

Diese Vorgabe des Bundes hat die Bundesnetzagentur auch dem Planer und künftigen Betreiber der Leitung, der Firma Tennet, für alle weiteren Schritte ins Stammbuch geschrieben.

Diese Aussage zu dem Vorhaben von Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur, sorgte bei vielen der rund 150 Besucher in der Schauenburghalle in Hoof für eine gewisse Beruhigung. Hatten doch einige Menschen aus dem Bauna-Tal und anderen Orten am Habichtswald Ängste, dass eine Überlandleitung ab dem Jahr 2022 direkt vor ihrer Haustür vorbeiführen wird.

Durch welche Kommunen und welche Naturgebiete das Erdkabel künftig verlaufen wird, das kann Homann zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht sagen. Zunächst berate der Bundestag im Oktober/November über eine Gesetzesänderung, die einen Vorrang für Erdverkabelung verankert. Auf dieser Grundlage müsse Tennet die beiden Gleichstromleitungen von Wilster (bei Hamburg) nach Grafenrheinfeld (bei Schweinfurt) sowie von Brunsbüttel nach Großgartach neu planen. Er rechne mit der Vorstellung der Trassenvarianten bis spätestens Anfang 2017, so Homann

Denkbar sei, dass sich ein Erdkabel an großen Verkehrswegen orientiere, ergänzte Dr. Matthias Miersch (SPD), Mitglied des Umweltausschusses im Bundestag, der gemeinsam mit der Niestetaler Abgeordneten Ulrike Gottschalck (SPD) zu der Info-Veranstaltung nach Schauenburg eingeladen hatte. Dass sich die Bundesregierung grundsätzlich für einen Vorrang für Erdkabel ausgesprochen habe, bezeichnete Miersch als wichtigen Etappensieg. „Es wird jetzt darum gehen, so klar wie möglich den Vorrang zu definieren.“

Fragen an die Experten auf dem Podium - darunter auch Landrat Uwe Schmidt (SPD) und SPD-Landtagsabgeordneter Timon Gremmels - schlossen sich an. Veronika Papenhagen-Stannick und Erika Carstensen-Bretheuer von Bürgerinitiativen gegen die Stromtrasse stellten den Bedarf für eine solche Stromtrasse grundsätzlich infrage.

„Es ist nicht so, dass der Strombedarf sinkt“, betonte Jochen Homann. Der Energiebedarf gehe zwar insgesamt zurück. Strom werde aber zunehmend gebraucht, etwa im Bereich Elektromobilität. Trotz einer Entspannung bei der Bevölkerung durch den Schritt Richtung Erdkabel: Alle Referenten rieten dazu, die Entwicklung im Auge zu behalten. Jochen Homann: „Man darf sich nicht die Illusion machen, dass alle Probleme gelöst sind.“ Widerstände gegen Erdkabel gebe es beispielsweise bei den Landwirten.