Schwerpunktthema ICE-Neubaustrecke

Engpass auflösen, Kapazität erhöhen, Qualität verbessern

Die Strecke zwischen Hanau und Fulda ist eine der wichtigsten, aber auch am stärksten befahrenen Bahnstrecken Deutschlands. Auf den vorhandenen Gleisen verkehren Tag für Tag zwischen 250 und 300 Nahverkehrs-, Fernverkehrs- und Güterzüge. Ein Teil der Strecke musste daher im Jahr 2008 zum überlasteten Schienenweg erklärt werden. Mit dem Projekt Ausbau-/Neubaustrecke Hanau–Würzburg/Fulda sollen der bestehende Engpass aufgelöst, die Kapazitäten erhöht und Fahrzeiten verkürzt werden.

 

Aktuell wird das Raumordnungsverfahren vorbereitet. 

Interessanter Link

_______________________________________________________________________________________________________________

Kinzigtal-Nachrichten online 20. Sept. 2018 

 

Christian Behrendt spricht sich für Bahnkorridor durch den Main-Kinzig-Kreis aus

 

MAIN-KINZIG-KREIS

   In Kürze entscheidet die Deutsche Bahn, in welchem Korridor sie eine neue Fernverkehrslinie durch den Main-Kinzig-Kreis führen möchte. Christian Behrendt von Fahrgastverband Pro Bahn & Bus hat in einem Hintergrundartikel Argumente zusammengetragen, die seiner Meinung nach in der öffentlichen Diskussion zu kurz kommen.

 

Sie lesen einen Artikel von Christian Behrendt im Wortlaut:

Dieses Schienenprojekt bietet erhebliche Chancen für den Main-Kinzig-Kreis. Jetzt kommt es darauf an, diese auch zu nutzen. Dabei sind selbst geringfügig erscheinende Fahrzeitgewinne von entscheidender Bedeutung.

Zur Vorgeschichte: Der Bund hat seit 1985 den Ausbau und seit 1992 den teilweisen Neubau der Eisenbahnstrecke Frankfurt/M - Fulda, der Kinzigtalbahn, in seinen Bundesverkehrswegeplänen aufgeführt. Auch die Region erwartet im Rahmen des abgestimmten Gesamtkonzeptes „Frankfurt/RheinMain plus“ eine baldige Umsetzung dieses Schienenprojektes. Seit Sommer 2014 läuft das begleitende Dialogforum zur Aus- und Neubaustrecke Hanau - Würzburg / Fulda, wie sich das Projekt offiziell nennt. Die Öffentlichkeit erhält jeweils umfassend aktuelle Informationen zum Sachstand. Vor wenigen Wochen gab die Deutsche Bahn auf Grundlage der bisherigen Planungen ihre Entscheidung zugunsten des Variantenkorridors IV im Suchraum zwischen Gelnhausen und Fulda bekannt.

Dabei ist folgendes zu beachten: Öffentlicher Verkehr ist nur dann eine echte Alternative zum Auto, wenn es gute Anschlüsse zwischen den verschiedenen Fern- und Regionalzuglinien untereinander und mit dem Busnetz gibt. Dazu müssen die Fahrpläne nicht nur hinreichend dicht sein, sondern zugleich so ausgelegt, dass sich die Züge und Busse an den zahlreichen Umsteigestationen zeitlich sinnvoll begegnen und gegenseitige Anschlüsse ermöglichen.

Lange Wartezeiten beim Umsteigen sind lästig. Ziel muss es sein, solche Zeitverluste zu minimieren. Andererseits dürfen die Fahrpläne und Umsteigezeiten auch nicht zu knapp bemessen sein, denn schließlich sollen im tagtäglichen Betrieb die Fahrgäste sich auf die fahrplanmäßigen Anschlüsse verlassen können. Ein Taktfahrplan, in dem sich die Abfahrten jeder Linie stündlich zu denselben Minuten wiederholen, reicht allein nicht aus. Es bedarf einer umfangreichen raum-zeitlichen Optimierung, damit für die Fahrgäste ein möglichst hoher Mobilitätsnutzen mit vielen und zugleich sicheren Anschlüssen entsteht. Das Planungsprinzip dahinter nennt sich „Integraler Taktfahrplan“ (ITF) und bewährt sich seit langem zum Beispiel in der Schweiz.

Deutschland-Takt

Während im Schienenregionalverkehr das Prinzip des ITF seit den 1990er Jahren schrittweise auf immer mehr Zuglinien und Teilnetzen eingeführt wurde, hinkt ausgerechnet der Schienenfernverkehr bei der Umsetzung hinterher. Im ICE- und IC-Kernnetz existieren noch zahlreiche Abschnitte zwischen den Knoten, die gar nicht oder nur unzureichend ausgebaut und zudem überlastet sind. Während das Autobahnnetz nach dem Zweiten Weltkrieg rasant wuchs, setzte der Schienenaus- bzw. -neubau erst spät ein und erfolgte in weit langsamerem Tempo. So kommt es, dass noch heute mitten in Deutschland auf den für die Metropolregion Frankfurt/RheinMain enorm wichtigen Achsen Frankfurt/M – Fulda – Erfurt, Frankfurt/M - Mannheim und Frankfurt/M – Würzburg zu viele Züge auf zu wenigen Gleisen zu langsam und somit zur falschen Minutenzeit fahren müssen. Verspätungen und lange Wartezeiten beim Umsteigen sind die Folge. Das Angebot am Markt ist nicht optimal – Folge des Investitionsstaus in den Bahnnetzen, der nun endlich Stück für Stück abgearbeitet werden soll.

Mit dem Aus- und Neubau entlang der hochbelasteten Hauptkorridore sollen durch zusätzliche Gleise Züge mit unterschiedlichen Durchschnittsgeschwindigkeiten wirksam getrennt werden, damit sie sich gegenseitig weniger behindern und Verspätungen übertragen. Besonders wichtig ist ferner, dass die historisch bedingten Fahrzeiten zwischen den Umsteigeknoten auf künftig optimale Werte verkürzt werden. Nur dann können sich dort Fern- und Regionalzüge zeitlich passend treffen und die Fahrgäste zwischen den einzelnen Zuglinien bequem umsteigen. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 hat der Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn und ihres Schienennetzes erstmals - Kritiker sagen viel zu spät - die Einführung eines Integralen Taktfahrplans auch im Schienenfernverkehr untersuchen lassen. Im Rahmen eines solchen „Deutschland-Taktes“ sollen durch gezielte Baumaßnahmen im Schienennetz die ICE- und IC-Linien abschnittsweise beschleunigt und so die Anschlussqualität im Gesamtnetz deutlich gesteigert werden.

Für den Main-Kinzig-Kreis besonders wichtig sind die Umsteigeknoten Hanau Hbf, Frankfurt/M Hbf, Fulda und Aschaffenburg Hbf. Nicht nur dort müssen für Regional- und Fernverkehre künftig andere, „integrale“ Fahrpläne gestrickt werden. Voraussetzung dafür sind kürzere ICE-Fahrzeiten, aber auch Verbesserungen beim Regionalverkehr. Kernpunkt einer kundenorientierten Zukunftsstrategie bildet die Verkürzung der Fernzugfahrzeiten zwischen Hanau und Fulda auf deutlich unter 30 Minuten. Ebenfalls nötig ist die Verkürzung der Fahrzeiten zwischen Frankfurt/M, Hanau, Aschaffenburg und Würzburg.

Am Beispiel der Knoten Hanau und Fulda wird deutlich, warum die Beschleunigung des ICE-Verkehrs nicht nur für erhebliche Teile des Main-Kinzig-Kreises so bedeutsam ist. Im Knoten Fulda treffen sich insgesamt sechs ICE-Achsen. Wer aus dem mittleren und oberen Kinzigtal Richtung Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Berlin, Leipzig oder Dresden will, ist auf attraktive ICE-Anschlüsse in Fulda angewiesen. Für das östliche Kreisgebiet gilt das übrigens auch für Reisen Richtung Würzburg und München. Um diese wichtige Knotenfunktion erfüllen zu können, müssen im Bahnhof Fulda mehrere ICE-Linien in kürzester Zeit gebündelt ankommen, untereinander Anschluss bieten und wieder abfahren. Rund um diesen Fernzugknoten zur Minute 00 jeder vollen Stunde gruppieren sich die Regionalzüge bzw. Lokalbusse, so dass auch dort automatisch wechselseitige Anschlüsse entstehen. Der Knoten Fulda wird künftig Teil einer ganzen Kette passgenauer ICE-Fahrzeiten zwischen den einzelnen ICE-Systemhalten werden, die letztlich in ganz Deutschland die Reiseketten im Schienenverkehr durchgreifend verbessern werden. 

Voraussetzung für das Funktionieren eines solchen zukunftsgerechten Anschlusstaktsystems ist die Verkürzung der Fahrzeiten zwischen Fulda und Frankfurt/M, insbesondere auf dem Abschnitt Fulda - Hanau. Der Grund ist einfach: Da aus übergeordneten Gründen nicht alle ICE-Linien in Hanau werden halten können, muss die Nord-Süd-ICE-Linie, die in Hanau hält, stattdessen in Fulda Anschlüsse bieten an die übrigen in Fulda haltenden ICE-Linien. Käme die in Hanau haltende ICE-Linie in Fulda zu spät an, sind die Anschlüsse dort gerade weg und die Reisenden müssten fast eine ganze Stunde auf das nächste ICE-Bündel warten. Zugleich soll der Fernfahrplan aber auch ausreichend Pufferzeiten für kleine Minutenverspätungen enthalten, damit die Anschlüsse im Alltagsbetrieb auch tatsächlich klappen. Diese fahrplantechnischen Aspekte sind Basis für die verkehrlichen Zielsetzungen der DB in Bezug auf die Strecke Hanau - Fulda. Schon auf der Ausbaustrecke Hanau - Gelnhausen wurde die ursprüngliche Entwurfsgeschwindigkeit von 200 auf 230 km/h heraufgesetzt. Im Neubauabschnitt zwischen Gelnhausen-Haitz und der Einmündung in das Bestandsnetz südlich von Fulda ist eine möglichst hohe Streckengeschwindigkeit zwingend, um die Fahrzeitvorgaben zu erfüllen. Zwar sind keine 300 km/h nötig, wohl aber 250 km/h auf einer längeren zusammenhängenden Strecke.

Das Ziel der DB, zwischen Hanau und Fulda möglichst kurze Fahrzeiten zu ermöglichen, ist aus Fahrgastsicht absolut zu unterstützen. Es wäre nicht zu vermitteln, einerseits mit Milliardenaufwand das Streckennetz auszubauen und andererseits die für die gesamte Region wichtigen Zuganschlüsse wegen weniger fehlender Minuten systematisch zu verpassen. Vor diesem Hintergrund zeigt sich, wie gefährlich Spekulationen darüber sind, dass es bei diesem Verkehrsprojekt nur um ein paar lapidare Minuten Zeitgewinn ginge. Tatsächlich sind allein schon aus Kapazitätsgründen und zur Verspätungsvermeidung die Zusatzgleise zwingend erforderlich. Für die verkehrliche Standortqualität ganzer Landstriche ist es wichtig, dass Fehlplanungen vermieden und die benötigten Minuten im Fernverkehrsnetz eingeplant werden. Nur so lassen sich Nachteile vermeiden, wie sie die Stadt Hanau derzeit erlebt, indem die Hälfte aller ICE-Halte in und aus Richtung Norden und Süden wegen fehlender Fahrzeitreserven ersatzlos entfallen.

Die Entscheidung der DB, mit welcher Antragstrasse sie im kommenden Jahr in das Raumordnungsverfahren geht, wurde im Dialogforum und seinen drei Arbeitsgruppen auf insgesamt 44 Sitzungen begleitet und auf fast 2300 Seiten Präsentationen und Protokollen im Internet transparent dargestellt. Es war von Anfang an klar, dass neben den Aspekten von Umwelt und Raumordnung der verkehrliche Nutzen für die kommenden Generationen eine entscheidende Rolle spielen wird. Schließlich ist dies ein Verkehrsprojekt, das - zusammen mit weiteren Bauvorhaben - die Fahrplanstrukturen in Deutschland nachhaltig prägen wird und heutige Mängel ursächlich beseitigen muss. Das Ausscheiden der verkehrsökologisch unsinnigen „Mottgers“- und Spessartvarianten war ein erster richtiger Schritt. Nun muss konsequent an der Optimierung der bevorzugten Antragsvariante IV im Main-Kinzig-Kreis gearbeitet werden, weil nur diese sowohl die kürzesten Fahrzeiten als auch die Möglichkeit von Verknüpfungen der Neubaugleise mit dem bestehenden Eisenbahnnetz bei Schlüchtern bietet.

Schienenregionalverkehr verbessern

Nur ein bis ins Detail zukunftsgerechter Aus- und Neubau der Eisenbahnkorridore Hanau - Fulda und Hanau - Würzburg ermöglicht durchgreifende Verbesserungen im Schienenregionalverkehr des RMV. Auf der Achse Fulda - Frankfurt/M müsste es schon längst auch außerhalb der Verkehrsspitzen einen überholungsfreien Halbstundentakt der schnellen RegionalExpress-Züge (RE) geben, die über den Flughafen bis Wiesbaden zu verlängern sind. Gleiches gilt für die RegionalBahn-Linie (RB) Wächtersbach - Frankfurt/M, die zu beschleunigen, auf einen Halbstundentakt zu verdichten und nach Bad Orb zu verlängern ist.

Kooperation statt Eigenbrötlerei

Seit den 1990er Jahren sind der Main-Kinzig-Kreis (durch seine Kreisverkehrsgesellschaft KVG Main-Kinzig) sowie die Stadt Hanau (inzwischen durch ihre Lokale Nahverkehrsorganisation LNO Hanau) mit jeweils eigenen Aufgabenträgern für den ÖPNV im RMV vertreten. Auch die turnusmäßig zu überarbeitende Nahverkehrspläne werden separat erarbeitet, abgestimmt und politisch beschlossen. Eigentlich sollte damit die fachlich-organisatorische Basis für eine moderne ÖV-Politik gegeben sein. Doch ist sich die örtliche Politik der tatsächlichen Probleme und ihrer Lösungswege wirklich bewusst?

Die realen Mobilitätsanforderungen der Menschen und der Wirtschaft orientieren sich nicht an Gemarkungs- oder Verwaltungsgrenzen. Nötig sind integrierte Konzepte und eine intensive Kooperation aller Beteiligten. Unabhängig davon ob Hanau kreisfrei wird – die Kooperation bei Bahn und Bus muss in jedem Fall gegenüber heute deutlich intensiviert und mit den Nachbarn in Hessen und Unterfranken regional koordiniert werden.

So sehr der Wettbewerbsgedanke in vielen Politikfeldern angebracht und nützlich ist - bei der Entwicklung des Öffentlichen Verkehrs kann die Maxime nur lauten: „Kooperation statt Konfrontation“. Nachhaltige Erfolge bei Bahn und Bus erzielt man nie auf Kosten der Nachbarn sondern immer nur zum Mitnutzen auch der Nachbarn.

Als 1893 im Deutschen Reich eine einheitliche Zeit gesetzlich eingeführt wurde, waren die Eisenbahnen treibende Kraft. Die vorherige Praxis unzähliger verschiedener Ortszeiten je nach Sonnenstand in den Reichen der Provinzfürsten wurde zunehmend zum Entwicklungshemmnis. Auch heute müssen wir darauf achten, dass das große Mobilitätsziel einer nachhaltigen wie flächendeckenden Stärkung und Weiterentwicklung des Öffentlichen Verkehrs nicht durch Ignoranz, Selbstbespiegelung und Provinzialismus be- oder gar verhindert wird.

Fazit

Eine an verkehrlichen Zukunftsanforderungen orientierte Aus- und Neubaustrecke von Hanau nach Fulda und nach Würzburg bildet das Kernstück eines künftigen Deutschlandtaktes. Der volle Nutzen für die Region ergibt sich nur dann, wenn passend dazu der Regional- und Nahverkehr auf Basis politischer Beschlüsse integral geplant und damit durchgreifend verbessert werden kann.

 

Christian Behrendt (53) engagiert sich seit 1986 ehrenamtlich für Fahrgastinteressen und ist im erweiterten Landesvorstand des hessischen Fahrgastverbandes Pro Bahn und Bus mit Sitz in Lauterbach zuständig für das Ressort Netz und Betrieb. Nach seiner Mitarbeit am ‘Regionalen Schienenkonzept Rhein-Main’ (1991) und dem Konzept ‘Kopfbahnhof mit Köpfchen’ zum Ausbau des Eisenbahnknotens Frankfurt/M (2000) begleitet er zusammen mit anderen Vertretern seit 2001 in der verbände- und bundeslandübergreifenden ‘Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart’ konstruktiv-kritisch die Schienenverkehrsentwicklung zwischen Fulda, Frankfurt und Würzburg

______________________________________________________________________________________________________________

Kinzigtal-Nachrichten online 10. Aug. 2018 

 

Dialog wird fortgesetzt: Bund will noch in diesem Jahr über Finanzierung der Ausbaustrecke Hanau – Gelnhausen entscheiden

 

FULDA/HANAU/GELNHAUSEN

Das Dialogforum zum Aus- und Neubau der Strecke Hanau-Würzburg/Fulda hat sich am Donnerstag zu seiner ersten Sitzung nach den hessischen Sommerferien getroffen. Inhaltlich ging es zunächst um die schon weit fortgeschrittenen Planungen für den Bau des zusätzlichen dritten und vierten Gleises zwischen Hanau und Gelnhausen.

Sie lesen eine Pressemitteilung des Dialogforums zur Bahnstrecke Hanau-Würzburg/Fulda im Wortlaut:

Hier will der Bund noch in diesem Jahr im Rahmen des neu geschaffenen Prozesses der parlamentarischen Befassung über die Finanzierung entscheiden. Dafür ist unter anderem zu ermitteln, welche Forderungen es aus der Region gibt, die über den jetzigen Projektinhalt (gemäß Vorplanung) hinaus gehen und eine gesonderte Finanzierungsfreigabe benötigen. Die konkreten Forderungen mit den Mehrkosten wird die Bahn über das Bundesverkehrsministerium dem Deutschen Bundestag vorlegen.

Besonders wichtig ist den Teilnehmenden der Lärmschutz an der gesamten Ausbaustrecke nach den strengen Grenzwerten der Lärmvorsorge sowie der komplette barrierefreie Ausbau aller Verkehrsstationen zwischen Hanau und Gelnhausen. Hohe Bedeutung wird auch einer ansprechenden Gestaltung der zu errichtenden Lärmschutzwände zum Beispiel durch Begrünung oder Lichtfenster beigemessen.

Hinsichtlich der Neubaustrecke zwischen Gelnhausen und Fulda stellten die Gutachter der Bahn auszugsweise vor, wie sie methodisch vorgegangen sind, um die Vorzugsvariante zu ermitteln. Während die Varianten insgesamt zunächst vor allem quantitativ bewertet wurden, wurde dies für die Varianten IV und VII in einem nächsten Schritt durch eine sehr detaillierte, qualitative Bewertung ergänzt.

Das Dialogforum hat sich nach intensiver Diskussion mehrheitlich für den Vorschlag der Bahn ausgesprochen, die gutachterliche Stellungnahme für den Main-Kinzig-Kreis sowie für die Gemeinde Kalbach in der nächsten Sitzung des Dialogforums am 24. September zu präsentieren.

Die Gutachter der Bahn, des Main-Kinzig-Kreis sowie weiterer Kommunen werden in den kommenden Wochen Gespräche führen, um gemeinsam aufzubereiten, wo es bei der Variantenbewertung unterschiedliche Sichtweisen gibt und wo Konsens herrscht. Auch diese Ergebnisse der Gespräche zwischen den Gutachtern werden auf der kommenden Sitzung des Dialogforums vorgestellt. In einer der nächsten Sitzungen will der RMV außerdem vorstellen, wie ein für die Region ebenfalls sehr wichtiges, verbessertes Nahverkehrsangebot aussehen kann. Gemeinsame Zielsetzung der Region und der Bahn bleibt es, die bestmögliche Planung zu gewährleisten und den konstruktiven und sachlichen Dialog fortzusetzen.

Mehr Infos im Internet unter hanau-wuerzburg-fulda.de

 

______________________________________________________________________________________________________________

8. Aug. 2018 Fuldaer Zeitung

Bahntrassenplanung: Bad Soden-Salmünster mahnt „erhebliche Unstimmigkeiten“ an

 

 BAD SODEN-SALMÜNSTER

Der Magistrat der Stadt Bad Soden-Salmünster weist im Vorfeld der Sitzung des Dialogforums am kommenden Donnerstag darauf hin, dass es hinsichtlich der Trassenentscheidung der Bahn zu Gunsten der Trassenvariante IV noch „erhebliche Unklarheiten und Zweifel“ gibt.

Das geht aus einer Presseinformation der Stadt Bad Soden-Salmünster hervor, die Sie nachfolgend im Wortlaut lesen: Der Magistrat stützt sich dabei auf das unabhängige Gutachten, das im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises erstellt wurde. Der Gutachter hatte dabei erhebliche Unstimmigkeiten im Auswahlverfahren der Bahn festgestellt.

„Es gibt deutliche Belege, dass die Auswahl der Variante IV als Vorzugsvariante gemäß der vorliegenden Sachdaten argumentativ nicht haltbar ist“, so Bürgermeister Dominik Brasch. Der Gutachter kommt in seiner eigenen Variantenbewertung auf Grundlage der Bahndaten sogar zu dem Ergebnis, dass die Variante VII bei den entscheidungsrelevanten Kriterien in Summe deutlich besser abschneidet als die IV.

Die Bahn muss sich im Rahmen des kommenden Dialogforums erklären und die völlig unklaren Entscheidungsgrundlagen endlich transparent, umfänglich und vor allem nachvollziehbar offenlegen, so die klare Forderung des Magistrats. Die von der Bahn zuletzt präsentierte Entscheidung wird der Magistrat so nicht akzeptieren.

Aus der Sicht von Bürgermeister Brasch muss in jedem Fall sichergestellt werden, dass sich die Bahn an ihre selbstgesteckten Vorgaben hält und Entscheidungen ausschließlich auf der Grundlage von Sachdaten getroffen werden, die in einem korrekten und transparenten Verfahren nachvollziehbar ermittelt wurden. Nur so kann eine Akzeptanz der Entscheidung bei den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern eingefordert werden. Dies sollte die Bahn aus Stuttgart21 gelernt haben. / KN

________________________________________________________________________________________________________

AD SODEN-SALMÜNSTERMethodische Ungenauigkeit?

Bahntrasse: Drei Fraktionen stellen Entscheidung für "Variante IV" infrage

Osthessen News 09.07.18 - Und immer wieder grüßt die Bahntrasse: Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung Bad Soden-Salmünster stellen die Entscheidung für die sogenannte „Variante IV“ infrage. Die Fraktionen reagieren damit auf die vom Main-Kinzig-Kreis festgestellten Unstimmigkeiten. In einer gemeinsamen Stellungnahme sehen sich die drei Fraktionen in ihrer bisherigen Ansicht bestätigt: Eine rein fachliche und faktenbasierte Herleitung der Entscheidung sei offenbar nicht gegeben.

Bereits in der Stadtverordnetensitzung vom 18. Juni hatten die Faktionen vermutet, dass offenbar eine gezielte Einflussnahme auf die letztendliche Entscheidung der DB Netz AG ausgeübt worden sei. „Es wurde von Seiten der Fraktionen klar und deutlich betont, dass wir erwarten, dass zunächst eine rein faktenbasierte Abwägung erfolgen muss und dass wirtschaftliche Gesichtspunkte eine nachgelagerte Relevanz haben“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Schöppner.

Stutzig macht die Fraktionen unter anderem die Anpassung der Bewertung des Schutzgutes Mensch. Hier seien Ergebnisse zwischen „Variante IV“ und „Variante VII“ ohne erkennbare Argumentation angeglichen und das Ergebnis in die gewünschte Richtung gelenkt worden.

Auch der GWL-Fraktionsvorsitzende Hans Georg Schiesser sieht seine Aussagen bestätigt: „Nach der politischen Einflussnahme, die ich auch schon in der letzten Stadtverordnetenversammlung angeprangert habe, muss jetzt eine sachliche Entscheidung erfolgen.“ CDU-Fraktionschef Dr. Tobias Viering ergänzt: „Gerade für uns in Bad Soden-Salmünster, die wir von beiden Varianten betroffen sind, ist dies wichtig. Da Mitbürger in jedem Fall – zum Beispiel durch Baustellen – belastet sein werden, darf die Entscheidung nicht willkürlich erscheinen.“

Sollten sich die angebrachten Vorwürfe der methodischen Ungenauigkeit und der Vermischung von Testergebnissen erhärten, stehe aus Sicht der Fraktionen die getroffene Entscheidung infrage. (pm) +++

________________________________________________________________________________________________________________________________

KREIS MKK „Unplausibilitäten“

Main-Kinzig-Kreis sieht Gewichtung der DB bei Trassenauswahl teils kritisch

Osthessen News 06.07.18 - 

Der Main-Kinzig-Kreis sieht noch dringenden Klärungsbedarf nach der Entscheidung der DB Netz AG für die Vorzugstrasse IV. Im Juni hatte die Bahn bekanntgegeben, dass für ihren Schienenausbau zwischen Gelnhausen und Fulda nicht die nördlicher verlaufende Variante VII, sondern die dichter an der Bestandsstrecke liegende Variante IV gebaut werde. Wie bereits unmittelbar nach der Entscheidung der Deutschen Bahn bekanntgegeben, hat der Kreis durch ein eigenes Planungsbüro das Ergebnis auf Verfahren, Methodik und Plausibilität hin überprüfen lassen. Erste Ergebnisse dieser Überprüfung liegen nun vor: Danach haben die Gutachter eine Reihe von „Unplausibilitäten“ bei der Abwägung zwischen den beiden Varianten ausgemacht. 

„Die vorliegenden Ergebnisse der Überprüfung sind so deutlich, dass wir bereits die Deutsche Bahn und den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, der mit der Bahn die Variantenentscheidung bekanntgegeben hat, informiert haben“, berichten Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann. Der Kreis fordert jetzt ein weiteres Dialogforum und die Klärung der Unstimmigkeiten. „Der Main-Kinzig-Kreis hat sich nicht für oder gegen eine der Trassenvarianten ausgesprochen. Das wird er auch weiterhin nicht tun. Für uns ist es aber wichtig, dass die Transparenz und Unvoreingenommenheit bis zum Ende dieses Suchprozesses auch beibehalten wird“, erklären Thorsten Stolz, Susanne Simmler und Winfried Ottmann weiter.

Der Kreis hatte das Suchverfahren der DB Netz AG bereits in den zurückliegenden Monaten durch ein beauftragtes Gutachterbüro begleiten lassen, um die Methodik und Abwägungsprozesse der Deutschen Bahn auf ihre Nachvollziehbarkeit zu überprüfen. Bis zur endgültigen Entscheidung im Juni habe es von fachlicher Seite nichts einzuwenden gegeben, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises. Im Dialogforum am 15. Juni seien allerdings einige Faktoren zur Überraschung vieler Teilnehmer ausgeklammert, andere plötzlich stärker gewichtet worden. Das sei „aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht nachvollziehbar und wirft tiefergehende Fragen auf“, kritisiert die Kreisspitze nun in ihrem Schreiben an Minister Al-Wazir und Gerd-Dietrich Bolte, bei der DB Netz AG Leiter für Großprojekte Mitte.

Für den Main-Kinzig-Kreis steht der Verdacht im Raum, dass die DB Netz AG von ihrer bisherigen Linie abgewichen sei, weil „sich die Auswahl der Variante IV auf Basis der vorliegenden Untersuchungsergebnisse nicht widerspruchsfrei ableiten lässt“. In einem Treffen mit den betroffenen Standortbürgermeistern erörterten Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann am Donnerstag (5.7.) die Erkenntnisse und zugleich ihre Kritik, basierend auf der ersten Beurteilung des Gutachterbüros. Dieses ad-hoc-Gutachten stellten sie allen Kommunen zur Verfügung. Ganz konkret moniert der Main-Kinzig-Kreis Folgendes:

Methodische Vorgehensweise wird nicht eingehalten: In den vielen Sitzungen des Dialogforums konnte die DB Netz AG transparent darlegen, wie sie ihre bevorzugte Trasse suchen und nach klar bestimmten Faktoren auswählen werde. Für die schlussendliche Auswahl fand dann jedoch keine umfassende Betrachtung aller Schutzgüter und Kriterien, einschließlich der nachrangigen, statt. „Weshalb werden Messergebnisse zu nachrangigen Kriterien erhoben, wenn sie nicht beim entscheidenden Vergleich der angeblich in ihren Auswirkungen so eng beieinanderliegenden Varianten herangezogen werden?“, fragt die Kreisspitze.

Messergebnisse werden miteinander vermengt: Nicht nur die verengte Betrachtung stößt auf Kritik, auch die Form, „in der bei manchen Schutzgütern eine Gleichwertigkeit der Auswirkungen angenommen wird“. Beispielhaft führt der Kreis die Bereiche Fläche und Boden an. Die reine Flächeninanspruchnahme sei kein eigenständiges Schutzgut, im Gegensatz zu den schutzwürdigen Auen- und Waldböden. Im Hinblick auf den Gesamtflächenbedarf gibt es zwischen den Varianten nur geringe Unterschiede. Deutlich unterschiedlicher sind die Auswirkungen im Bereich „Boden“, der jedoch von der DB Netz AG mit den Ergebnissen von „Fläche“ vermischt wird, zugunsten des Abschneidens der Variante IV. Betrachte man nur das Schutzgut Boden, schneide Variante VII besser ab.

Schallschutzmaßnahmen werden nicht berücksichtigt: Nicht nur die Gleisstrecke wird ausgebaut, auch Schallschutzmaßnahmen entlang der Strecke werden umgesetzt, die sich an geltenden Immissionsgrenzwerten orientieren, unabhängig von der Variante. Dieser geplante und notwendige Schutz wird in den Prognosewerten der Bahn nicht berücksichtigt. Entsprechende Immissionsprognosen mit Schallschutzmaßnahmen liegen jedoch vor. Aus Sicht des Kreises ist dieser Punkt gravierend: „Bei den vernünftigerweise mit zu betrachtenden Schallschutzmaßnahmen sind bei der Immissionsprognose keine Vorteile mehr für eine Variante auszumachen“, der Variantenvergleich beim Schutzgut Mensch kippe insgesamt nach Analyse der Gutachter sogar zugunsten der Variante VII.

„Man sieht schon alleine hier, dass der Bedarf für weitere Dialogforen mit allen Beteiligten notwendig ist. Aufgrund der sehr ernstzunehmenden offenen Punkte halten wir einen zeitnahen Termin für ein nächstes Dialogforum für dringend erforderlich“, so die Kreisspitze in ihrer Pressemitteilung abschließend. Kreis und Gutachterbüro stünden für eine offene Diskussion dieser Punkte bereit. (pm)+++

_______________________________________________________________________________________________________________________________

_______________________________________________________________________________________________________________

 

Veröffentlicht in den Kinzigtal-Nachrichten vom Samstag, 9. Juni 2018 

_______________________________________________________________________________________________________________

Kinzigtal-Nachrichten online 10. Juni 2016  Von unserem Redaktionsmitglied Daniel Krenzer

REGION Die Deutsche Bahn will am 15. Juni bekannt geben, mit welcher Vorzugsvariante sie offiziell ins Raumordnungsverfahren gehen möchte. Dann wäre klar, wo vermutlich in Jahrzehnten eine Schnellbahnstrecke durch die Region verläuft – und davor lange Zeit große Baustellen das Bild beherrschen.

Diese Aussichten lassen aktuell in der Region bei vielen die Nerven blank liegen. Bis vor wenigen Wochen waren noch sieben Varianten im Rennen, seit dem vergangenen Dialogforum sind es mit den Varianten IV und VII seitens der Bahn nur noch zwei. Zudem wurde der Vorschlag VIII von Ingmar Gorissen, der nah an der Bestandsstrecke liegt, noch einmal zur Gänze geprüft. Dies hatte nicht zuletzt der Main-Kinzig-Kreis vehement eingefordert. Da diese Trasse allerdings nah an der bereits verworfenen Variante V läge, wäre sie bei den Buchmachern wohl nicht der Favorit, könnte man auf die V wetten. 

 

So konzentrieren sich die Ängste und Sorgen der Anlieger auf die Varianten IV – entweder mit einer Querung des Kinzigstausees oder einer Umfahrung – und VII. Aus nachvollziehbaren Gründen möchte kaum jemand eine Trasse bei sich in der Nähe. Daher werden Gründe gegen die „eigene“ und mitunter auch für die andere Trasse gefunden – teils sachlich gut begründet und fundiert, oft aber auch konstruiert und seitens der Bahn längst als lösbar abgewiesen.

 

Die Stadt Schlüchtern lehnt bislang sämtliche Trassen durch das Kinzigtal ab, beschäftigt sich mit dem Thema aber am morgigen Montag erneut. Der Steinauer Bürgermeister Malte Jörg Uffeln (parteiunabhängig) verwies wiederholt darauf, dass es erst im Raumordnungsverfahren mit Planoffenlegung, möglichen Einwendungen und später dem juristischen Weg um die sprichwörtliche Wurst ginge. Bad Soden-Salmünster hat sich klar gegen die Variante IV positioniert, die Gemeinde Sinntal ist seit dem Ausscheiden der Spessart-Varianten nicht mehr betroffen.

 

Die Bundestagsabgeordneten Katja Leikert, Peter Tauber (beide CDU) und Bettina Müller (SPD) ließen sich bislang nicht dazu bewegen, sich für oder gegen eine Variante auszusprechen. Anders der Fuldaer CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand, der sich klar für Variante IV und gegen die VII positioniert hat – was ihm wiederum von Kritikern als unlauter und kontraproduktiv vorgeworfen wurde.

Während die einen ab kommenden Freitag wohl erleichtert aufatmen dürfen, geht es für die anderen weiter. Dann gilt es nicht mehr, gegen eine Trasse zu kämpfen, sondern menschenverträgliche Lösungen für den Trassenbau einzufordern. Vielleicht kehrt dann ja wieder mehr Sachlichkeit in die Diskussionen ein.

 

_______________________________________________________________________________________________________________

Bahn prüft dritte Variante für neue Trasse

Schiene:Entscheidung auf den 15. Juni verschoben

 AschaffenburgMain-Echo, Mittwoch, 30.05.2018 - 19:41 Uhr

Nach dem Aus für die Mott­gers-Span­ge ver­schiebt sich die end­gül­ti­ge Fest­le­gung auf ei­ne Tras­se für die Neu- und Aus­bau­st­re­cke zwi­schen Ha­nau und Ful­da er­neut: Al­ler­dings nur um kur­ze Zeit:

Eine Woche nach dem geplanten Dialogforum mit Vertretern von Behörden, Institutionen und Interessenverbänden ist am 15. Juni ein weiteres Treffen geplant. Grund dafür ist die Prüfung einer weiteren Streckenführung neben den in der Vorauswahl verbliebenen Varianten IV und VII.

Die jetzt hinzu gekommene Variante VIII beeinträchtigt wie die beiden anderen nicht die Interessen des ICE Standorts Aschaffenburg. Sie verläuft nahe der Bestandsstrecke durch das Kinzigtal . Sie geht auf eine Initiative des Ingenieurs Ingmar Gorissen zurück.

Er war an den Biotopkartierungen für Umweltgutachten beteiligt, bringt aber darüber hinaus Ideen für den weiteren Planungsprozess ein. Der Main Kinzig Kreis hatte sich dafür ausgesprochen seinen Vorschlag zusätzlich in der Bewertung zu berücksichtigen.

_________________________________________________________________________________________________________________

 

Das Bild zeigt (von links): Peter Tauber, Klaus Vornhusen, Michael Brand, Bettina Müller, Gerd-Dietrich Bolte und Katja Leikert. Es fehlt: Björn Simon.

 

Gespräch der Bundestagsabgeordneten aus der Region zum Thema ICE-Neubaustrecke mit Bevollmächtigten der Deutschen Bahn 

 

Pressemitteilung der Bundestagsabgeordneten

Dr. Katja Leikert, Bettina Müller, Dr. Peter Tauber, Michael Brand und Björn Simon vom 18. Mai 2018

 

Kaum ein anderes Thema hat die Schlagzeilen in der Region in den vergangenen Jahren so stark beherrscht wie der geplante Aus-/Neubau der Bahnstrecke Hanau – Würzburg/Fulda. Standen zunächst acht mögliche Varianten (inklusive der sog. „Gorissen-Variante) zur Auswahl, hat sich die Deutsche Bahn nun auf zwei favorisierte Trassen festgelegt. In einem Gespräch am heutigen Freitag mit den Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert (WK Hanau, CDU), Bettina Müller (WK Main-Kinzig – Wetterau II – Schotten, SPD), Dr. Peter Tauber (WK Main-Kinzig – Wetterau II – Schotten, CDU), Michael Brand (WK Fulda, CDU) und Björn Simon (WK Offenbach, CDU) stellten Dr. Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in Hessen, sowie Gerd-Dietrich Bolte (Leiter Großprojekte Mitte DB Netz AG) den aktuellen Stand der Planungen vor.

 

In einem breit angelegten Bürgerbeteiligungsprozess hatte die Bahn seit dem Jahr 2014 alle in Frage kommenden Aus- und Neubauvarianten geprüft sowie die Ergebnisse im Rahmen eines regelmäßig tagenden „Dialogforums“ vorgestellt. Die Grundlagenarbeit hierfür wurde in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kommunen, Bürgerinitiativen sowie weiteren Verbänden und Interessengruppen in mehreren Arbeitsgruppen geleistet. 

 

In die engere Wahl kommen nach derzeitigem Stand Variante IV, die von Gelnhausen Richtung Osten nach Schlüchtern verläuft, sowie Variante VII, die von Gelnhausen westlich des Kinzigtals entlang des Vogelsbergs u.a. vorbei an Wächtersbach, Eckardroth/Wahlert und Ulmbach weiter in Richtung Flieden führt. Beide Varianten sind etwa gleich lang (44 bzw. 48 Kilometer); auch der Tunnelanteil ist ähnlich (jeweils ca. 28 Kilometer). Wie Vornhusen und Bolte verdeutlichten, soll der Bau der Trasse mit einer Verlagerung des Güterverkehrs auf die neue Strecke in den Nachtzeiten einhergehen, was somit auch eine Entlastung für Anwohner entlang der Bestandstrecke bedeutet. Die endgültige Entscheidung für die finale Vorzugsvariante soll am 8. Juni präsentiert werden.

 

Parteiübergreifend bekannten sich die Abgeordneten zum notwendigen Ausbau der Strecke und lobten den transparenten Prozess der Bürgerbeteiligung sowie die sachliche Diskussion im Dialogforum, was schon jetzt zu einer erhöhten Akzeptanz für das Bauvorhaben in der Region geführt habe. Gleichwohl seien – egal welche Trasse am Ende des Findungsprozesses buchstäblich zum Zuge komme – Mensch und Natur in unterschiedlichem Ausmaß von der neuen Strecke, insbesondere aber auch während der mehrjährigen Bauphase betroffen. Alle Abgeordneten machten deutlich, dass mehr Lärmschutz – entlang der Neubaustrecke, aber auch entlang der Bestandsstrecke – von vornherein mitgedacht und durchgesetzt werden müsse. Gleiches gelte für den barrierefreien Ausbau und die notwendige Sanierung von Bahnhöfen. Sorgen und Ängste in der Bevölkerung müssten weiterhin ernst genommen und durch entsprechende frühzeitige Kommunikation schnellstmöglich aus dem Weg geräumt werden. Gerd-Dietrich Bolte wies darauf hin, dass die detaillierte Bauleitplanung zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorliege, sicherte seinen Gesprächspartnern jedoch zu, dass die Bahn alle Möglichkeiten ausschöpfen werde, um einen möglichst reibungslosen Ablauf der Arbeiten, insbesondere in der Bauphase, zu gewährleisten und die Belastungen für Mensch und Natur so gering wie möglich zu halten.

_______________________________________________________________________________________________________________

 ______________________________________________________________________________________________________________

Gute Nachricht für den Spessart, Joßgrund und Sinntal

Aus den Kinzigtal-Nachrichten vom 4. Mai 2018 

 

Auf dieser Karte ist der Bereich Sinntal und Joßgrund dargestellt, Varianten I - III

 

_______________________________________________________________________________________________________________ 

Dieser Inhalt wurde erstellt von Landkreis Main-Kinzig-Kreis       30. April 2018 FOCUS ONLINE 

Ausbau der Kinzigtalbahn: Kreis weist Vorwurf aus Leserbrief zurück

 

Lärmschutz auch für die Bestandsstrecke und barrierefreier Ausbau der Bahnstationen: „Bereits heute viel für den Main-Kinzig-Kreis und seine Bürger herausgeholt“.

 

Main-Kinzig-Kreis. – Landrat Thorsten Stolz hat verwundert auf den Vorwurf eines Leserbriefschreibers aus Gelnhausen reagiert, die Kreisspitze würde im laufenden Trassensuchverfahren der Deutschen Bahn für das Kinzigtal ihre Stimme nicht erheben. „Das ist schlichtweg falsch, denn genau das Gegenteil ist der Fall. Gerade die jüngsten zentralen Zusagen in Sachen Nachrüstung des Lärmschutzes entlang der Bestandsstrecke und der barrierefreie Ausbau der Bahnstationen sind einzig und alleine auf die Initiative und Verhandlungen des Main-Kinzig-Kreises mit der DB Netz AG zurück zu führen“, erinnert Thorsten Stolz. Ebenso hat der Main-Kinzig-Kreis gegenüber der Bahn die gleichberechtigte Prüfung der Variante acht durchgesetzt. Weiterhin hat der Landkreis ein eigenständiges Planungsbüro mit der Überprüfung der Bahnplanungen beauftragt, um Verfahren und Methodik des Planungsprozesses durch einen Dritten bewerten zu lassen.

 

„Was der Main-Kinzig-Kreis hier bereits für die Bürgerinnen und Bürger erreicht und vorangebracht hat, kann sich mehr als sehen lassen“, macht der Landrat deutlich. Was der Main-Kinzig-Kreis aber nicht tun werde, sei eine Empfehlung für eine Ausbauvariante auszusprechen. Dies habe der Kreis von Anfang an auch immer sehr deutlich gemacht.

 

Wir wissen, dass jede Variante, von der südlichsten bis zur nördlichsten, zu unterschiedlichen Betroffenheiten in unseren Städten und Gemeinden führt. Hier haben alle Bürgerinnen und Bürger unseres Kreises das Recht, durch den Landkreis gleichermaßen vertreten zu sein, ganz egal, aus welcher Kommune unseres Landkreises sie kommen. Für sie alle hat der Main-Kinzig-Kreis in den letzten Monaten gekämpft und auch ordentlich etwas herausgeholt“, so Thorsten Stolz.

 

Genau vor diesem Hintergrund hat sich der Main-Kinzig-Kreis in den vergangenen Monaten bewusst nicht für eine der Ausbauvarianten ausgesprochen, genauso wenig gegen eine. „Es hilft auch niemandem, wenn wir hier versuchen, eine Region gegen eine andere auszuspielen, weder in den letzten Jahren noch jetzt kurz vor Toresschluss. Wichtig ist, dass zunächst die Suchkriterien transparent und gleich an alle Varianten und Vorschläge angelegt wurden“, so Thorsten Stolz weiter.

 

Entscheidend für die Akzeptanz eines Neu- bzw. Ausbaus der Bahnstrecke sei ein starkes Maß an Lärmschutz für die Anrainerkommunen sowie eine bessere Nutzbarkeit der Zugverbindungen. „Wir haben es als Kreis zum einen erreicht, dass nicht nur eine mögliche Neubaustrecke, sondern auch die Bestandsstrecke in den nächsten Jahren lärmschutztechnisch nachgerüstet wird, und zwar ganz losgelöst von der Ausbauvariante“, führt Landrat Thorsten Stolz weiter aus. Davon gewinne auch der Bereich Gelnhausen und Linsengericht beziehungsweise das mittlere Kinzigtal in Gänze. „Wir haben zum anderen die Zusage erreicht, dass die Barrierefreiheit an allen Bahnstationen zwischen Hanau und Sinntal hergestellt wird, ganz gleich wie groß und wie stark frequentiert die Stationen sind. Das haben ich als Landrat und Susanne Simmler als Erste Kreisbeigeordnete erreicht“, so der Landrat. Der Kreis hat die feste Zusage der DB Netz AG, dass die Aufrüstung entlang der Bestandsstrecke Teil des Gesamtpakets werde, über das der Bundestag letztlich abstimmen wird. „Das ist für alle Menschen entlang der Bahnstrecke der große Wurf“, fasst es der Landrat zusammen. Hier werde der Kreis alles daran setzen, dass dies auch so durch den Bundestag beschlossen werde.

 

n den vergangenen Monaten hatte sich die Kreisspitze mehrfach mit Vertreterinnen und Vertretern von Bürgerinitiativen über die Neu- beziehungsweise Ausbaupläne ausgetauscht und auch das weitere Vorgehen abgesprochen. Im Sinne der Bürgerinitiativen sei es da gewesen, dass der Kreis bei einem Planungsbüro ein Gutachten zur Methodik und Gewichtung der Trassensuche in Auftrag gegeben habe. Zudem setzte der Kreis eine gleichberechtigte Überprüfung der so genannten Variante acht bei der Bahn durch, ebenfalls eine Forderung aus der Bürgerschaft.

 

„Ich weiß nicht, auf welchen Tatsachen der Vorwurf in Richtung Kreis beruht. Die Kreisspitze hat mit Unterstützung aus dem Kreistag viel für die Bürgerinnen und Bürger herausgeholt und wird weiterhin die Einhaltung der gemachten Zusagen einfordern. Der Kreistag wird das seinerseits in einer der kommenden Sitzungen ebenfalls bekräftigen. Und der Main-Kinzig-Kreis wird weiter am Ball bleiben, auch nach der Bekanntgabe einer Vorzugsvariante“, erklärt Thorsten Stolz abschließend.

 

_______________________________________________________________________________________________________________

Fuldaer Zeitung online 13. April 2018  

Schnelltrasse: Variante VII soll nun südlich von Flieden verlaufen

 

REGION

Das Dialogforum zum Aus- und Neubau der Bahnstrecke zwischen Gelnhausen und Fulda hat jüngst in Bad Soden-Salmünster getagt. Dabei hat die Deutsche Bahn die Ergebnisse der noch ausstehenden Untersuchungen im Variantenvergleich vorgestellt. Interessant: Die letztendliche Ausgestaltung der Variante VII, die laut Planung nun näher an Wallroth vorbeiführen würde.

Von unserem Redaktionsmitglied Tim Bachmann

Die Variante VII wurde in den vergangenen Wochen dahingehend angepasst, dass sie nicht mehr durch das Abbaugebiet von Kali + Salz führt. In diesem Bereich sei das Setzungsrisiko als zu hoch eingeschätzt worden, teilt die Bahn in einer Pressenotiz mit.

Zwischen Uerzell und Neuhof führt die Variante VII nun nicht mehr nördlich an Flieden vorbei, sondern umfährt die „Königreichs-Gemeinde“ südlich. Im Bahnhof Flieden bündelt sich der Streckenverlauf mit der Kinzigtalbahn. Die neue Variante VII schneidet bei der Bewertung in Summe sogar besser ab als die vorherige Version der Variante, da unter anderem eine verkehrliche Verknüpfung mit der Bestandsstrecke in Flieden möglich wird, teilt die Bahn mit.

Wenig erfreulich ist diese Nachricht wohl aus Sicht der Wallrother Bürger, führt der neue Streckenverlauf doch im Norden nahe des Ortes in Richtung Flieden. Der größte Teil im Norden Wallroths wäre jedoch untertunnelt (siehe Grafik).

________________________________________________________________________________________________________

Trassenvarianten I - VII 

_______________________________________________________________________________________________________________

Main-Echo Dienstag, 06.03.2018 - 21:45 Uhr

 

Mottgerslösung hätte viele Nachteile

Bahnverkehr: Vorläufige Bewertung für Trassen der Neubaustrecke im Suchraum Hanau-Würzburg-Fulda

 

Rodenbach

 

In Sachen »Mottgers« ist die Bahn im Endspurt, aber noch nicht am Ende. Vor der jetzt auf Mai verschobenen Entscheidung zeigt die in Ro­den­bach (Kreis Main-Kin­zig) vorgestellte Bewertung der möglichen Trassen einer Neubaustrecke im Suchraum Hanau-Würzburg-Fulda, dass die südlichen Varianten im Spessart nicht im Vorteil sind.

 

Eher dagegen die nördlichste Alternative der untersuchten Linienführungen. Noch aber haben die Planer nicht alle Kriterien geprüft: Neben ergänzenden Berechnungen der Auswirkungen von Lärmschutzvorrichtungen sollen noch Modifikationen der sieben bisherigen Trassenverläufe untersucht werden: Vor allem aber eine mögliche achte Variante, die aus Teilstücken der anderen Trassen besteht.

 

Nord-Variante im Vorteil?

In der Übersicht der bisher vorliegenden Bewertungsergebnisse fällt auf, dass eine Trassenführung die besten Teilergebnisse zeigt: Der mögliche Verlauf nördlich der Bestandsstrecke Gelnhausen-Fulda, die sogenannte Variante sieben, verursacht im Vergleich der möglichen Trassen mit die geringsten Betroffenheiten.

Ein Risikobereich ist allerdings das Kali und Salz-Abbaugebiet. »Als Alternative wird daher die Umfahrung des Bergbaugebiets westlich Flieden noch einmal betrachtet«, berichteten Bahnvertreter beim Dialogforum mit Behörden, Institutionen, Verbänden und Bürgerinitiativen in Rodenbach.

 

Das Gremium kommt bis Mai noch zweimal im Plenum zusammen, ergänzt durch zwei Workshops. Im Wonnemonat sollen endlich auch die Zahlen der Zugprognose 2030 des Bundesverkehrsministeriums vorliegen. Sie sind entscheidend für die Feststellung, ob die Kapazität der Zugachse Frankfurt-Aschaffenburg-Würzburg ausreicht oder gesteigert werden muss.

 

Wenn es keinen zusätzlichen Bedarf gibt, entfällt die Notwendigkeit eines Südanschlusses der neuen Bahnstrecke an die Schnellbahntrasse Fulda-Würzburg. Für den Standort Aschaffenburg wäre das Reizthema »Mottgers« damit endlich vom Tisch: Die Zahl der ICE-Halte würde nicht wie im gegenteiligen Fall halbiert. Auch ohne Berücksichtigung dieses Kriteriums zeigen die drei südlich verlaufenden »Spessartvarianten« in der Bewertungsskala einige nachteilige Auswirkungen: Alle drei in der Kategorie Luft und Klima, überwiegend auch beim Artenschutz und die Variante drei zudem bei Tieren, Pflanzen und der biologischen Vielfalt.

 

Im Vergleich mit den nördlicheren Trassenverläufen Minuspunkte sind die drei Süd-Varianten auch bei der Fahrzeit und dem Laufweg im Fern- und Güterverkehr im Nachteil. Sie würden einen höheren Energieverbrauch und höhere Betriebskosten verursachen und schneiden in der Kohlendioxidbilanz schlechter ab.

 

Ein weiterer Punkt spricht gegen eine Vorzugstrasse im südlichen Spessart: Sie würden eine längere Bauzeit erfordern und eine Teilinbetriebnahme wäre nicht möglich.

 

Kriterium: Hohe Akzeptanz

Für den endgültigen Vorschlag, wo die neue Bahnlinie verlaufen soll, hat die Bahn in Rodenbach ihre Kriterien formuliert: Das Rennen machen wird die Trasse, die eine hohe Akzeptanz erhält und die verkehrlichen Ziele erreicht. Sie soll Anwohner möglichst wenig durch Lärm belästigen und schützenswerte Gebiete sowie bedrohte Arten möglichst wenig beinträchtigen.

 

Auch die frühzeitige Inbetriebnahme zählt: Unter dem Strich spricht das eher gegen eine Lösung der Variante »Mottgers«.

 

 

Rainer Reichert

 

Zahlen und Fakten: Neue Bahntrasse durch den Spessart

 

Bereits 1972 wurden Überlegungen für eine neue Bahntrasse durch den Spessart angestellt. Damals allerdings zur Entlastung der Verbindung Aschaffenburg - Würzburg.

 

Ende der 1990er-Jahre befasst sich die Bahn mit einer anderen Idee: Mit einer Neubaustrecke zwischen Gelnhausen und der Schnellbahntrasse Fulda Würzburg wollte sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Eine schon damals dringend erforderliche Verbesserung der Kapazitäten und der Fahrtgeschwindigkeit zwischen Fulda und Frankfurt. Gleichzeitig aber auch für die Verbindung Würzburg-Frankfurt.

 

 

Die Züge von und nach Norden und die von und nach Westen sollten über die bestehende Schnellbahnstrecke auf die neue zu bauende Spessarttrasse geleitet werden. Die Gemeinde Mottgers, auf halber Strecke zwischen Fulda und Würzburg wurde zum Namenssymbol für das Projekt, mit einer problematischen Folge: Der Bahnhof Aschaffenburg würde bei dieser Lösung viele seiner ICE-Halte verlieren. Nach Protesten und Gegeninitiativen verschwanden die Pläne 2002 in der Schublade. Elf Jahre später wurden sie auf Betreiben der hessischen Staatsregierung wieder reaktiviert. Dabei ging die Bahn einen neuen Weg: Sie beteiligte Behörden, Kommunen, Bürgerinitiativen und Umweltschützer in einem »Dialogforum« an den Vorüberlegungen. Die jetzt für Mai angekündigte Festlegung auf eine bevorzugte Trasse ermöglicht das formelle Raumordnungsverfahren, an dessen Ende eine landesplanerische Stellungnahme steht. Die eigentliche Genehmigungsplanung könnte ab 2019 beginnen. Als frühst möglicher Zeitpunkt einer Verwirklichung des Projekts gilt das Jahr 2030. (Rainer Reichert)

 

_______________________________________________________________________________________________________________

Osthessen News 06. März 2018 

Bahn stellt Bewertung vor : Trasse V durchs Kinzigtal fällt wohl raus

Hier geht es zum Online-Artikel:     >> aufrufen <<

_______________________________________________________________________________________________________________

Zufriedene Gesichter nach dem offenen Gespräch im Landratsamt (von rechts): Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, Landrat Thorsten Stolz, Professor Dr. Dirk Rompf und Gerd-Dietrich Bolte (DB Netz AG). - Fotos: Main-Kinzig-Kreis

 

REGION "Brauchen besseren Lärmschutz"

 

Konstruktive Spitzengespräche zum Ausbau der Kinzigtalstrecke

Osthessen News  02.03.2018

      

Zu einem Spitzengespräch im Main-Kinzig-Forum haben sich jetzt der für Netzplanung und Großprojekte verantwortliche Vorstand der DB Netz AG, Professor Dr. Dirk Rompf, sowie der Leiter „Großprojekte Mitte“, Gerd-Dietrich Bolte, mit Landrat Thorsten Stolz und der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler getroffen. Den persönlichen Informationsaustausch nutzten der Landrat und die Erste Kreisbeigeordnete dazu, um noch einmal eine Verbesserung des Lärmschutzes entlang der Bestandsstrecke und einen barrierefreien Ausbau der Bahnstationen einzufordern. Im Zuge des Gesprächs sagten die Bahnvertreter dem Main-Kinzig-Kreis zu, dass die sogenannte Variante acht in den kommenden Wochen einer gleichberechtigten Prüfung und Bewertung auf der gesamten Länge unterzogen werde. 

 

„Mit dieser gleichberechtigten Prüfung sowie der gezeigten Offenheit für das Nachrüsten des Lärmschutzes entlang der Bestandsstrecke, unabhängig von der Ausbauvariante, und einem barrierefreien Ausbau der Bahnstationen, geht die Bahn auf wesentliche Kernforderungen des Main-Kinzig-Kreises ein. Alleine schon deshalb kann das Gespräch als gut bewertet werden“, ziehen Thorsten Stolz und Susanne Simmler ein erstes Fazit.

 

Bereits einige Tage zuvor hatten sich der Landrat und die Erste Kreisbeigeordnete zu einem Grundsatzgespräch mit Hessens Verkehrs- und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir in Bad Hersfeld getroffen. Auch dabei hatte die Kreisspitze die Erwartungshaltung formuliert, dass eine Ausbauvariante umgesetzt werde, die die geringsten Auswirkungen auf die Wohn- und Lebensqualität der Menschen im Main-Kinzig-Kreis hat. „Die Frage der Wirtschaftlichkeit spielt aus Sicht des Kreises bei diesem Jahrhundertprojekt eine untergeordnete Rolle“, fassten Thorsten Stolz und Susanne Simmler die Ausgangslage zusammen.

 

Im jüngsten Gespräch mit den verantwortlichen Führungskräften der DB Netz AG standen die zentralen Forderungen des Kreistages im Mittelpunkt. Gefordert werden das Nachrüsten von Lärmschutz entlang der Bestandsstrecke - und zwar losgelöst von jeglicher Ausbauvariante - sowie die durchgängige Herstellung der Barrierefreiheit an allen Empfangsgebäuden und Bahnsteigen zwischen Gelnhausen und Sinntal. „Da die Menschen im Main-Kinzig-Kreis die Belastungen durch den Ausbau zu tragen haben, müssen auch klare Vorteile herausgearbeitet und konkrete Verbesserungen in Sachen Lärmschutz und Barrierefreiheit herbeigeführt werden“, wiederholten Thorsten Stolz und Susanne Simmler die Erwartungen des Landkreises.

 

Für die Vertreter der DB Netz AG, Professor Dr. Dirk Rompf und Gerd-Dietrich Bolte, sind solche Konflikte bei entsprechenden Großprojekten keine Seltenheit. Doch mit der neuen Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung (BUV) zwischen Bund und Deutscher Bahn wurde zum Jahresbeginn eine Grundlage geschaffen, auf deren Basis solche „übergesetzlichen Forderungen“ betrachtet und geplant werden können. Es handle sich dabei um eine Möglichkeit, die Umsetzung der „Bedingungen der Region“ aus dem jeweiligen Dialogforum vorzubereiten.

 

Die konkrete Finanzierung und damit die tatsächliche Umsetzung der geforderten Maßnahmen hängt dann von einer entsprechenden politischen Entscheidung des Deutschen Bundestages ab. Bei einem Verkehrsprojekt von solch großer strategischer Tragweite ist dieses Instrument „ein hoffnungsvoller und realistischer Weg“, wie Landrat Thorsten Stolz und die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler bekräftigten. Hier sei es dann die maßgebliche Aufgabe der örtlichen Bundestagsabgeordneten, in Berlin „eine erfolgreiche Überzeugungsarbeit“ zu leisten.

 

Die Vertreter der DB Netz AG und die Kreisspitze vereinbarten in ihrem rund einstündigen Informationsaustausch, diesen konkreten Ansatz in enger Abstimmung weiter zu verfolgen. Außerdem wurde verabredet, dass im Planungsverfahren auch die Variante acht gleichberechtigt und ergebnisoffen in vollem Umfang geprüft wird. Abschließend verständigten sich beide Seiten darauf, dass ein vom Kreis eingesetztes Planungsbüro einen direkten Zugang zu den entsprechenden Unterlagen erhält. Der Auftrag zur fachlichen Begleitung und Beratung im Rahmen dieses Großprojektes liegt dem Kreisausschuss in der kommenden Woche zur Entscheidung vor. +++I

_______________________________________________________________________________________________________________

Es ist gut, dass auch sehr viele Gründe gegen die Trassenvariante I sprechen. Dies wurde bei der Informationsveranstaltung am 30. Nov. 2017 in Joßgrund-Oberndorf sehr deutlich. 

_______________________________________________________________________________________________________________

Main-Kinzig-Kreis wird Planungen der DB Netz AG durch eigenes Planungsbüro überprüfen lassen

Kinzigtal-Nachrichten online 8. Febr. 2018

Der Main-Kinzig-Kreis wird die aktuellen Planungen zum Ausbau der Bahnstrecke Hanau-Fulda/Würzburg durch ein eigenes Planungsbüro überprüfen und aus Sicht des Landkreises bewerten lassen. Das haben Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (beide SPD) angekündigt.

Weiterhin haben der Landrat und seine Vertreterin gegenüber der DB Netz AG noch einmal die wesentlichen Forderungen des Main-Kinzig-Kreises formuliert: So setzt sich der Kreis für eine Ausbauvariante ein, die die geringsten Auswirkungen auf die Wohn- und Lebensqualität der Menschen im Main-Kinzig-Kreis hat. Die Frage der Wirtschaftlichkeit spielt aus Sicht des Kreises bei diesem Jahrhundertprojekt eine untergeordnete Rolle.

Außerdem fordert der Main-Kinzig-Kreis das Nachrüsten von Lärmschutz entlang der Bestandsstrecke – und zwar losgelöst von jeglicher Ausbauvariante – sowie die durchgängige Herstellung der Barrierefreiheit an allen Empfangsgebäuden und Bahnsteigen zwischen Gelnhausen und Sinntal.

 

„Am Ende reden wir nicht nur über einzelne Ausbauvarianten, sondern bewusst über ein Gesamtpaket. Da die Menschen im Main-Kinzig-Kreis auch die Belastungen durch den Ausbau zu tragen haben, müssen auch klare Vorteile herausgearbeitet und konkrete Verbesserungen in Sachen Lärmschutz und Barrierefreiheit herbeigeführt werden“, finden Stolz und Simmler. / mlo

_______________________________________________________________________________________________________________

Bürgermeister Daniel Glöckner von Gelnhausen meldet sich zu Wort: 

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/bahnausbau-im-kinzigtal-schaden-fuer-mensch-natur-und-wirtschaft-15417534.html

_______________________________________________________________________________________________________________

 

Hier die bekannten Trassenvarianten 


SCHNELLBAHN - PLANUNG                                  1. Dez. 2017 

 

Gestern abend waren bei der Info-Veranstaltung der Initiative Pro Spessart in Joßgrund-Oberndorf ca. 500 Besucher anwesend. Alle Plätze besetzt und es standen noch viele Leute in den Gängen und im Vorraum. Das ist vorbildliches Bürgerinteresse.

ZEITUNGSBERICHT FOLGT.

 

Unabhängig davon ist heute dieser Artikel über die aktuelle Position der Kreisspitze zum Trassen-Auswahlverfahren erschienen. 

 

CDU Sinntal 

Wichtige Veranstaltung


_______________________________________________________________________________________________________________

 

Hier nochmal die Trassenvarianten in vergrößerter Darstellung aus einem früheren Zeitungsartikel

Die für Sinntal relevanten Trassenvarianten II und III sind noch in der Auswahl

___________________________________________________________________________________________________

Kinzigtal-Nachrichten vom 28. Jan. 2017 - 

 

Aktueller Planungsstand: Der nächtliche Güterverkehr im Kinzigtal bleibt wohl

 

Beim jüngsten Treffen der Arbeitsgruppe „Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens“ zur geplanten Schnellbahntrasse zwischen Gelnhausen und Fulda war der Schallschutz ein beherrschendes Thema. Die sieben Varianten bestehen weiterhin, sind aber ein Stück weiter optimiert worden.

 

 

Von unserem Redaktionsmitglied Daniel Krenzer

 

Diese Optimierungen haben allerdings nur geringe Auswirkungen auf den Verlauf der Trassenvariante, da sie an manchen Stellen allenfalls hundert Meter von den Ursprungsvarianten abweichen.

Erstmals nahmen am AG-Treffen einige neue Bürgerinitiativen teil, die sich erst in den vergangenen Wochen neu gegründet haben – wie in Hintersteinau. Viel Neues gab es bei dem Treffen nicht zu berichten.

 

Güterzüge weiterhin nachts

 

Allerdings bestätigte die Bahn, dass aufgrund der hohen nächtlichen Auslastung der Strecke Würzburg–Fulda wahrscheinlich auch zukünftig Güterzüge nachts über die aktuelle Strecke im Kinzigtal fahren müssten.

Tagsüber gäbe es dieses Problem für die ICE-Züge allerdings nicht, da hier genug Kapazitäten vorhanden seien. Allerdings betont die Bahn, dass sich diese Angaben auf den Ist-Zustand beziehen, eine Prognose über die Entwicklung der Zugzahlen in den kommenden Jahrzehnten stehe noch aus.

 

Trassenvariante weiter offen

 

Die Suche nach der geeigneten Trassenführung sei laut Bahn immer noch völlig ergebnisoffen. In einem transparenten Verfahren solle die Variante ermittelt werden, die noch vor den wirtschaftlichen und verkehrlichen Aspekten die geringsten Auswirkungen auf alle Schutzgüter hat, schreibt eine Bahnsprecherin.

Das „Schutzgut Mensch“ berücksichtigen die Planer vor allem hinsichtlich der Schallbelastungen. So präsentierten sie den verschiedenen Interessensvertretern in der Arbeitsgruppe, wie der Lärm entlang der möglichen Trassen berechnet wird. Die Vertreter der Bahn wiesen abermals darauf hin, dass sich die Regelungen für den Schallschutz verschärft haben und die neue Trasse leiser werde als die bestehende.

___________________________________________________________________________________________________

In Bad Soden-Salmünster werden zurecht Lärmschutzmaßnahmen an Bahn und Autobahn gefordert : 
 

___________________________________________________________________________________________________

___________________________________________________________________________________________________

___________________________________________________________________________________________________

___________________________________________________________________________________________________

 

Podiumsdiskussion zum ICE-Trassenverlauf 

am Mittwoch, 22. Juni,  Stadthalle Schlüchtern, 19 Uhr

Einige Trassenvarianten kommen sehr nahe an die Orte Altengronau und Jossa bzw. Obersinn heran. Es sollten möglichst viele Bürger aus dem Spessart und den Sinntaldörfern bei der öffentlichen Veranstaltung anwesend sein. 

___________________________________________________________________________________________________

___________________________________________________________________________________________________

27 ICE-Trassenvorschläge,  auch durch den Spessart und das Sinntal, nahe Jossa und Altengronau

Wie die Vertreter unserer Bürgeriniativen und unsere einheimischen Kommunalpolitiker bei  verschiedenen Veranstaltungen zum Thema Südlink-Stromtrasse immer wieder erwähnt haben, steht für unsere Region auch noch die Realisierung einer ICE-Bahnstrecke an. Man solle bitte nicht „überbündeln“ bei diesen Großprojekten. Das war und ist unsere Forderung an die Planer.  

Ob die Bahn-Schnellstrecke nun im Bereich Kinzigtal/Vogelsberg oder durch den Spessart verlaufen soll, wird im Augenblick durch das angelaufene Verfahren geprüft. Vor einigen Tagen hat die Bahn Pläne herausgegeben, die teilweise auch in den Zeitungen veröffentlicht wurden.

Wie man unschwer erkennen kann, werden in der Gemeinde Sinntal schwerpunktmäßig die Orte Altengronau und Jossa betroffen. Hier führen sechs bzw. sieben  verschiedene  Trassenvarianten über den Spessart durch das Tal der Sinn, teilweise auch relativ nahe an vorhandener Bebauung vorbei. Diese Streckenführung wird seit Jahren von der „Initative Pro Spessart“ kritisiert und bekämpft, allerdings mit wenig Unterstützung aus der Sinntaler Bevölkerung, die Hauptakteure sind im Joßgrund und in unseren unterfränkischen Nachbargemeinden zu finden.   

AUCH DER ARTIKEL DER KINZIGTAL-NACHRICHTEN SCHILDERT WIEDER  MEHR EINE BETRACHTUNG  AUS SICHT DES KINZIGTALES. VERMUTLICH WURDE EIN SINNTALER  VERTRETER VOM REDAKTEUR GAR NICHT KONTAKTIERT.

Interessiert sich wirklich niemand dafür, wie sich der Bau der Bahn möglicherweise für uns im Sinntal auswirken wird? 

___________________________________________________________________________________________________

___________________________________________________________________________________________________

___________________________________________________________________________________________________

______________________________________________________________________________________________________________